Schöftland, Schweiz, 2026
Der Entwurf des neuen Alterszentrums sieht ein Gebäude-Ensemble aus einem viergliedrigen, kreuzförmigen Pflegeheimgebäude sowie einem kubischen Wohnhaus-Solitär vor.
Die passgenaue Setzung spannt vier in Grösse variierende Aussenräume auf, die mit spezifischen Funktionen und Identitäten bespielt werden. Fliessende Übergänge der Aussenräume mit den heterogenen Körnungsgrenzen der Nachbarschaft verweben die Neubauten funktional und räumlich mit dem Kontext.
Der Birkenweg mündet in einem begrünten Dorfplatz - der „Piazzetta“. Die Kirche erhält mit der Piazetta städtebaulich ein räumliches Pendent und fasst im Süden den Platz vis-a-vis dem Haupteingang.
Ein Arkadengang mit Aussen-Sitzmöglichkeiten, das angegliederte Restaurant, sowie der auch extern genutzte Multifunktionsraum, sind die belebenden Akteure dieses nachbarschaftlichen Ortes. Hier begegnet und erholt man sich, isst gemeinsam, spielt Boule unter den Schatten spendenden Bäumen und beobachtet das An- und Abfahren.
Als „verstädtertes Dorf“ ist das Körnungsbild Schöftlands geprägt von unterschiedlichen Bebauungsmustern und Massstäben. Bewusst wird die Geschossigkeit auf vier Vollgeschosse reduziert.
Der Grundriss thematisiert die Bilateralität und das Durchschreiten der räumlichen Identitäten. Durchquert man das Innere Foyer, den inneren „Marktplatz“, so betritt man den östlich gelegenen Park mit grosskronigen Bäumen, Demenzgarten und der seichten Hanglandschaft im Rücken. Die vorgelagerte gedeckte Arkadenstruktur führt entlang dem Park zu dem nördlich gelegenen Wohngebäude. Dieser Aufenthalts- und Begegnungsraum bindet die Gebäude zusammen und zoniert subtil die westlichen und östlichen Parkräume, die mit ihrem organischen Wegenetz auf kurzem und intuitivem Wege an das Quartier anbinden und den Schulweg und den Lernpfad integrieren.
Im Zentrum des Wohn- und Pflegekonzeptes stehen die Bedürfnisse und Wünsche der zukünftigen Bewohner und der Beschäftigten des Neubau-Ensembles.
Ziel ist es Raumqualitäten zu schaffen, die individualisierbar sind, einen entsprechenden aneigenbaren Ausbaustandard aufweisen und auf die Anforderungen der Menschen im gehobenen Alter antworten zu wissen.
Vielfältige Rundlaufmöglichkeiten werden durch die dreibündige Organisation und die tagesbelichteten Nischen an den Stirnseiten-Enden ermöglicht. Die innere Wegeführung dient der Begegnung und ist durch multiple Aussichtserfahrungen geprägt.
Im Zentrum der Kreuzstruktur befindet sich ein einladendes Haupttreppenhaus, dass durch die jeweiligen angedockten Gemeinschaftsräume belichtet wird und neben der Erschliessung ebenso die Funktion der Begegnung und des Aufenthalts übernimmt. Auf kurzem Wege und guter Orientierung können hier die angegliederten Stationen erschlossen werden.
Ein hoher Flexibilitätsgrad für spätere Umnutzungen, Funktionsanpassungen und eine evtl. Teilaufstockung wurde als wichtiger Konzeptbestandteil integrativ mit-projektiert.
Das Gebäude ist klar in ein öffentliches Erdgeschoss und in die privaten Obergeschosse aufgeteilt.
In den Obergeschossen sind jeweils die Pflegestationen und die Pflegestudios angeordnet.
Ein effizienter Sechsspänner organisiert die 22 Wohneinheiten in 3 3.5 Zi-Wohnungen und 19 2.5 Zi-Wohnungen, die den Anforderungen altersgerechten Wohnens entsprechen.
Das Erscheinungsbild ist geprägt durch ein wertiges Holz-Beton-Hybridgebäude, dessen Holzelement-Fassaden in einem abgetönten Salbeigrün gehalten sind.