Laufenburg, Schweiz, 2026
Die Körnung des Ortes ist geprägt durch die heterogenen städtebaulichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Das von drei Strassen flankierte Grundstück liegt an der Schnittstelle, an der Massstäbe, Bebauungsformen und verschiedene Typologien aufeinandertreffen. Die Themen des Gegensätzlichen und Bilateralen, sowie die typologisch und materiell ortstypischen Charakteristika werden aufgegriffen und dienen als Grundlage für das städtebauliche und architektonische Konzept.
Es wird eine Komposition aus zwei identischen, viergeschossigen Gebäudekörpern vorgeschlagen, die sich versetzt und gedreht zueinander in das leicht abschüssige Terrain positionieren. Die Verortung auf dem Grundstück reagiert hinsichtlich Kantenbildung und Raumfluss auf die jeweilige vis-à-vis Situation der benachbarten Bebauungen. Die zwei Gebäudekörper sind in einen üppig grünen, naturnahen Freiraum eingebettet, der den lebendigen Charakter der Siedlung unterstützt. Eine Grünschicht aus heimischen Sträuchern und Stauden bettet die Häuser ein und schafft Privatheit für die Wohnungen im Erdgeschoss. An der oberen Strassenecke öffnet sich eine wiesenartige Situation mit Obstbäumen. Diese nimmt Bezug auf den Ort und seine Tradition, siedlungsnahe Freiräume als Obstwiesen zu nutzen. Der zentrale Gemeinschaftsbereich liegt zwischen den zwei Neubauten und ist sowohl direkt aus den Gebäuden als auch von der Strasse aus erreichbar.
Das Gebäudekonzept basiert auf einem sich wiederholenden modularen Struktur-Prinzip. Die Grundlage bildet eine kompakte vier-spännige „Windmühlen“-Gebäudeform, mit einem kompakten zentralen Treppenhauskern. Die hervorspringenden Gebäudeteile der Windmühlen-Flügel gliedern das Fassadenbild, nehmen Bezug zu den im Quartier typischen Erkerformen und ermöglichen eine dreiseitige Ausrichtung jeder Wohnungseinheit. Die Kopfbereiche der „Windmühlen-Flügel“ werden durch grosszügig bemessene Vierjahreszeiten-Zimmer und daran anschliessende Loggiabereiche gekennzeichnet. Diese stellen in jeder Wohneinheit ein qualitatives Alleinstellungsmerkmal dar, indem sie den Wohnraum erweitern und das Raumangebot um nutzungsflexible Wohnbereiche ergänzen, die als Wintergarten, Studio, Wohn- oder Essbereich genutzt werden können.